Software zum Visualisieren von Gruppenbeziehungen

Das Soziogramm ist eine Software zum Erfassen und Verwalten von sozio-emotionalen Beziehungen innerhalb einer Gruppe. Bei der Gruppe kann es sich um eine Schulklasse, eine Abteilung in einem Unternehmen oder eine Seminargruppe handeln.

Vor allem für Pädagogen und für Betriebsökonomen ist das Soziogramm eine hilfreiche Unterstützung. Die einfache und komfortable Bedienung macht das Erfassen und Auswerten der emotionalen Beziehungen innerhalb einer Gruppe zum Kinderspiel.

Die Untersuchung der sozio-emotionalen Beziehungen innerhalb einer Gruppe gehen auf J. Moreno zurück. Bisher war das Darstellen der Beziehungen in verschiedenen Diagrammen aber sehr aufwendig und wurde deshalb kaum eingesetzt.

Erst durch den Einsatz der Software wird das Erfassen und Auswerten der sozio-emotionalen Beziehungen in einer Gruppe möglich. Innerhalb von wenigen Minuten können die Daten erfasst und ausgewertet werden. Dadurch steht dem professionellen Einsatz der Ideen J. Morenos nichts mehr im Wege!

Und so wird's gemacht …

Erfassen der Gruppenmitglieder

 

Zunächst müssen alle Mitglieder einer Gruppe namentlich in der Software erfasst werden. Dieser Schritt ist allerdings nur beim erstmaligen Erstellen eines Soziogramms notwendig. Bei jedem weiteren Soziogramm kann auf die bestehenden Daten zurückgegriffen werden.

Für jedes Gruppenmitglied werden Vorname, Nachname, Kürzel und Geschlecht eingegeben.Bei der Auswertung können die Personen entweder mit dem gesamten Namen, nur mit dem Kürzel oder mit einer fortlaufenden Nummer dargestellt werden.

Die "Wahlzettel"

Für jedes Gruppenmitglied wird ein persönlicher Wahlzettel ausgedruckt, auf dem die positiven und negativen Wahlen markiert werden. Die Software unterstützt diesen Schritt dadurch, dass alle Wahlzettel für die Erhebung elektronisch erstellt werden.

Eingabe der Wahl

 

Nach dem Einsammeln der Wahlzettel werden die Wahlen in den Computer eingegeben. Für jedes Gruppenmitglied werden die positiven und negativen Wahlen erfasst. Eine Auswahlliste erleichtert die Eingabe. Mit wenigen Mausklicks kann die gesamte Wahl erfasst werden. Abwesende Personen werden speziell gekennzeichnet, damit die Wahl nicht verfälscht wird. Es können beliebig viele Wahlen erfasst werden.

Dadurch kann die chronologische Entwicklung des sozio-emotionalen Status der Gruppe oder von einzelnen Gruppenmitgliedern analysiert werden. Es gibt auch keine Einschränkung hinsichtlich der Anzahl an Wahlen. Maximal 5 positive und negative Wahlen haben sich aber als günstig erwiesen.

Auswertung

Die Auswertung der soziometrischen Erhebung erfolgt durch den Computer. Es stehen verschiedene Diagramm zur Verfügung, die einen genauen Einblick in die informelle Gruppenstruktur geben. Jedes Diagramm kann zur Dokumentation auch ausgedruckt werden.

Die "Matrix"

In der "Matrix" sind alle Gruppenmitglieder und ihre positiven und negativen Wahlen aufgelistet. Rechts werden die Summe der "erhaltenen Wahlen" und der "Rang" bei der Wahl dargestellt. Unten werden die "gegebenen Wahlen" dargestellt.

Jedes Gruppenmitglied kann bei der Wahl einen von drei Rängen erreichen: "Star", "Schwarzes Schaf" und "Aussenseiter".

Die "sozialen Atome"

 

Im "sozialen Atom" rückt das einzelne Gruppenmitglied ins Zentrum des Interesses. Im inneren Kreis sind die vom untersuchten Gruppenmitglied abgegebenen Wahlen und im äusseren die erhaltenen Wahlen dargestellt.

Durch Doppelklick mit der Maus wird ein anderes Gruppenmitglied in das Zentrum gestellt!

In diesem Diagramm sind die sozialen Kontakte der einzelnen Gruppenmitglieder besonders anschaulich dargestellt.

Das "Soziale Atom" kann für jedes Gruppenmitglied ausgedruckt werden.

Der "Soziometrische Status"

In diesem Diagramm werden die "erhaltenen" Wahlen dargestellt. Gruppenmitglieder mit vielen "erhaltenen" Wahlen stehen offenbar im Zentrum des Interesses. Solche mit gar keinen oder mit wenigen Wahlen sind "Aussenseiter". Wer ausschliesslich positive Wahlen erhält, ist ein "Star", und wer nur negative Wahlen erhält ist ein "Schwarzes Schaf".

Das "Emotionale Ausdehnungsvermögen"

In diesem Diagramm werden die "gegebenen" Wahlen dargestellt. Gruppenmitglieder, die viele Wahlen abgeben, haben ein hohes "emotionales Ausdehnungsvermögen". Sie sind offenbar kontaktfreudig. Jene, die keine oder wenig Wahlen abgeben, scheuen den sozialen Kontakt. Der Pädagoge muss versuchen, solche Gruppenmitglieder zu integrieren!

In diesen Diagrammen werden die Gruppenmitglieder mit der fortlaufenden Nummer aus der Matrix dargestellt. Wenn sich der Cursor über einer Nummer befindet, wird der vollständige Name des Gruppenmitglieds eingeblendet.

Der "Star" erhält von vielen Gruppenmitgliedern eine positive und von keinem oder nur wenigen eine negative Wahl.

Das "Schwarze Schaf" hat ein schweres Los. Es wird von vielen Gruppenmitgliedern abgelehnt und mit eine negative Wahl bedacht, und nur wenige oder niemand gibt ihm eine positive Wahl.

Der "Aussenseiter" hat die schlechteste Position innerhalb der Gruppe. Er wird von niemandem beachtet und bekommt weder positive noch negative Wahlen. Ganz schlimm ist es, wenn der "Aussenseiter" selber auch keine Wahlen abgibt. Hier muss der Pädagoge eingreifen!

Das "Soziogramm" mit den positiven Wahlen

Dieses Diagramm ist das aussagekräftigste. Allerdings erfordert dieses Diagramm ein wenig Geschick beim Anordnen der Gruppenmitglieder. Mit der Maus können die Gruppenmitglieder verschoben werden. Ziel ist es, Gruppen zu Bilden.

Meistens bilden die Mädchen und Jungs zwei grosse Gruppen. Aber innerhalb dieser Gruppen gibt es noch andere Strukturen:

Das "Paar"

Zwei Gruppenmitglieder wählen sich gegenseitig und bilden eine abgeschlossene Gruppe. Gegen andere Gruppenmitglieder verschliessen sie sich.

"Dreier-", "Vierer-" und grössere Gruppen

Drei oder mehr Gruppenmitglieder bilden eine mehr oder weniger stark zusammen gehaltene Gruppe. Viele wählen sich gegenseitig. Einige fühlen sich zwar selber zur Gruppe gehörig, bekommen aber von den anderen Gruppenmitgliedern keine positiven Wahlen. Sie stehen am Rand dieser Gruppe. Oft steht ein "Star" im Mittelpunkt.

Der "Aussenseiter" steht irgendwo alleine am Rand. Er scheut jeden sozialen Kontakt und wird von den anderen Gruppenmitgliedern gemieden. "Aussenseiter" müssen in die Gruppe integriert werden.

Gegenseitige Wahlen werden als fette Linie dargestellt, einfache Wahlen als dünne Linie. Die einfachen Wahlen können ausgeblendet werden. Manchmal wird dadurch die Aussagekraft des Diagramms erhöht.

So werden die Gruppenmitglieder dargestellt

Männliche und weibliche Gruppenmitglieder werden durch die Hintergrundfarbe unterschieden ( z. B. rot und blau ). Es werden entweder der vollständige Name, also Vorname und Nachname, das Kürzel oder die fortlaufende Nummer aus der Matrix angezeigt.

Positive Wahlen sind grün, negative rot, und der Rang wird als Rahmen um das Gruppenmitglied dargestellt. "Stars" bekommen einen grünen, "Schwarze Schafe" einen schwarzen und "Aussenseiter" einen roten Rand. Gruppenmitglieder, die bei der Wahl nicht anwesend waren, sind durch ein weisses Gitter als Hintergrund gekennzeichnet.

Das "Soziogramm" mit den negativen Wahlen

In diesem Diagramm werden die negativen Wahlen dargestellt. Auch hier kommt es darauf an, die Gruppenmitglieder günstig anzuordnen.

Die negativen Wahlen machen "Reibereien" unter den Gruppenmitgliedern sichtbar. Manchmal können sich zwei Gruppenmitglieder nicht "ausstehen" und geben sich gegenseitig negative Wahlen.

"Schwarze Schafe" bilden den Mittelpunkt dieses Diagramms. Sie sind umgeben von Gruppenmitgliedern, von denen sie eine negative Wahl bekommen haben. Oft erwidern sie diese negative Wahl. Der Pädagoge muss versuchen, die Ursachen der Abneigung herauszufinden und den "Konflikt" aufzulösen.

Ausdrucken und Einstellungen

Natürlich können alle Diagramme auf einen Farbdrucker ausgegeben werden. Ausserdem ist es möglich, die Darstellung der Gruppenmitglieder zu ändern. Es können die Hintergrundfarbe, die Farbe für positive und negative und die Rahmenfarbe, die den Rang darstellt, geändert werden.